Mit Pauken und Trompeten

Shownotes

In der aktuellen Episode plaudern wir mit Wolfgang Gaisböck, international gefragter Solist auf der Barocktrompete, Trompeter im Orchester der Camerata Salzburg, Sammler historischer Trompeten und Pauken, passionierter Lehrender an der MDW Wien, dem Mozarteum Salzburg, an der Bruckner Universität in Linz und nach wie vor Lehrer am Landesmusikschulwerk OÖ aus Überzeugung. Er gewährt uns Einblicke in seine breit gefächerte musikalische Laufbahn, schwärmt von Beruf des Musikschullehrers, verrät uns warum er die Freiheiten dieses Berufes, trotz großer Verantwortung schätzt, welche Skills man für diese Aufgabe mitbringen sollte und wie die Beschäftigung mit Musik und Kunst Menschen verändert.

Redakteure: Manfred Schott, Christian Kapun

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00:00:03: Das Akustische Magazin

00:00:13: der Oberösterreichischen

00:00:14: Landesmusikschulen.

00:00:43: Herzlich willkommen zu Voll auf Musik im Hörort, an dem sich alles um Musik, die Lehrenden und Lernenden und vor allem um spannende Einblicke ins Oberösterreichische Landesmusikschulwerk dreht.

00:00:59: Begrüßt Sie Christian Kapun.

00:01:02: Was Sie gerade im Hintergrund hören, ist das zweite Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach.

00:01:09: Ein Werk voller Energie, Klarheit und genialer Harmonie.

00:01:14: An der Solo drum bete, der Gesprächspartner dieser Ausgabe Wolfgang Geisböck.

00:01:20: Wolfgang, genannt Huesi, ist ein vielseitiger und umtriebiger Zeitgenosse.

00:01:26: Er ist Lehrbeauftragter an der MDW Wien, der Universität Mozartier um Salzburg sowie an der Bruckner Uni Linz.

00:01:36: Er musizierte mit namhaften Originalklangorchester und Assembles wie dem Konzentus Mozikus und der Nikolaus Arnancourt, dem Assemble Il Giardino Armonico.

00:01:47: der Akademie für alte Musik Berlin und Frankfurt sowie dem Concerto Cologne.

00:01:54: Wolfgang Geißböck ist auch Mitbegründer des Schwanthaler Trombetenkonsorts.

00:02:00: Seine Konzertdätigkeit führte ihn in die größten Konzerthäuser Europas, unter anderem in die Philharmonie Berlin, dem Konzertchebau Amsterdam oder die Royal Albert Hall.

00:02:14: Wolfgangs Karriere begann im oberösterreichischen Landesmusikschulwerk, in dem er auch immer noch als Lehrer tätig ist.

00:02:23: Mein Kollege Manfred Schott und ich trafen Wolfgang Geisberg in seinem Trombetenstudio und plauderten mit ihm über Musikalisches und Persönliches.

00:02:34: Warum die Kamerata Salzburg ein Herzensorchester für ihn ist und was dieser Klangkörper für ihn bedeutet, besprachen wir gleich zu Beginn unseres Treffens.

00:02:48: Die Kamerata ist ja quasi meine Basis oder war irgendwie, findet ein Startpunkt für vieles, was dann die letzten dreißig Jahre, ist schon so lang aus, dreißig Jahre also gekommen ist und was sie da draußen entwickelt hat.

00:03:06: Und am Anfang war man das gar nicht so klar, was die Kamerad ist oder was die tut.

00:03:13: Und wir sind ja da mehr eingeladen worden zum Spüren zufällig und haben halt nach mehreren Überredungsversuchen vom Büro doch gespült dort.

00:03:23: Und ein Konzert mit Andras Schiff, den haben wir gar nicht kennt.

00:03:29: Und jetzt kommen wir mal drauf, das ist einer der berühmtesten Klavier-Spieler der Welt eigentlich noch immer.

00:03:35: Da haben wir Beethoven-Glavierkonzerte gespielt.

00:03:37: Und danach haben sie mich wieder gefragt, ob ich weiterspülen kann.

00:03:43: Und dann muss ich es unterrichten, ich muss sich schon werken kann.

00:03:46: Eigentlich gar nicht so richtig.

00:03:48: Vielleicht gehen ein paar Konzerte.

00:03:50: Am Ende war es dann so, dass man bis zum Jahr zweitausend eigentlich, dass ich im Jahr achtzig Konzerte gespielt habe mit der Kameradter auf der ganzen Welt.

00:04:03: Bis nach Asien, ich weiß erst einmal in Hongkong, wir sind nach Amerika geflogen und superinteressante Sachen bis jetzt gemacht.

00:04:10: Und das ist die musikalische Heimat da, die jetzt damit sagen, da hat sich das alles herausentwickelt.

00:04:17: Es war gewissermaßen ein Sprungbrit für deine weitere Karriere, oder?

00:04:21: Genau, man trifft Leid.

00:04:24: Fragen an Leute wieder an.

00:04:26: Und das war dann auch, ich habe eine normale Manfred, wir haben miteinander studiert.

00:04:30: Genau.

00:04:30: In Linz, dann in Salzburg auch beim Hans Gansch.

00:04:34: Wir haben moderne Trombetten eigentlich studiert.

00:04:39: Und die Naturtrombetten war ein Nebeninstrument.

00:04:42: Ja, die Naturtrombetten.

00:04:44: Damals noch ein Nebeninstrument für die.

00:04:47: Dann hat so eine sehr schicksalshafte Begegnung mit dem Sir Roger Norrington gegeben.

00:04:53: Und der hat dir eine Frage gestellt, wie war die genau?

00:04:57: Why don't you play with natural trumpets?

00:05:01: Und wir haben uns so angeschaut, meine Kollegen da gut und ich.

00:05:04: Und dann kommt mir eigentlich mal ausprobieren.

00:05:07: Dann haben wir da Heiden gespürt und Mozart und Sandholl.

00:05:10: Am Anfang war es schwierig, weil wir haben einen eigentlich, ich habe nie all die Musik studiert.

00:05:16: Und wir sind dann eine gekommen, das ist blieben und es ist immer mehr geworden.

00:05:22: Die moderne Trombette ist ein bisschen in den Hintergrund getreten und dann hat sie das ein bisschen dahin entwickelt.

00:05:29: Wann war für dich klar, dass du klassische Trombette studieren möchtest?

00:05:33: Beziehungsweise hat er da in der Musikschule, in deiner Zeit in der Musikschule schon wer geprägt?

00:05:37: Ein bisschen interessiger Weg in die Richtung.

00:05:40: Mein

00:05:40: Großvater war ein Trompeter, nämlich bei der Feierwehr.

00:05:44: Und der hat folgende Maßentrompeten gelernt.

00:05:48: Der ist auf der Sommerbank.

00:05:50: Das ist ja eine Bank, die beim Hofi beinsteht.

00:05:52: Da sitzt man auf der Nacht dort.

00:05:53: Er ist mit seinem Händel gesessen und hat gespürt.

00:05:58: Und sein Lehrer, der hat unten, ein wenig weiter unten, da geht es ein wenig ab, wir wohnen oben, sieben Kilometer entfernt hat er gewohnt und hat ihm unten vorgespürt.

00:06:07: wie die Signale gehen und mein Opa hat es herum nachgespielt.

00:06:11: Ich habe es schon fast gar nicht ausgehen.

00:06:13: Mein Bruder war bei der Gardemusik noch vor Musikschulzeiten.

00:06:18: Er war super Trompeter und das war mein Vorbild.

00:06:22: Er hat gesagt, da gehst du jetzt in die Musikschül.

00:06:24: Wie ich alt nur war, mit acht.

00:06:28: Mein Schwester war ja quasi Musikschül-Lehrerin.

00:06:31: Er war auch eine gewerflöten Lehrerin in Ried im Inkreis.

00:06:36: Folgedessen sind wir dann in die Musikschühe und habe, Gott sei Dank, immer lässige Lehrer, die mich dementsprechend motiviert haben zum Spielen.

00:06:45: Spannend wie manche musikalischen Lebenswege verlaufen.

00:06:51: Jetzt aber noch einmal zurück zur Naturtrompete.

00:06:55: Ich nehme an, die meisten unserer Zuhörerinnen und Zuhörer dürften ja trompeterische Leinen sein.

00:07:03: Jetzt wäre es natürlich interessant, für einen Unbedarften zu erfahren, was ist jetzt der wesentliche Unterschied zwischen der modernen, heutige bräuchlichen Trompete mit ihrem Ventilsystem und dem historischen Vorläufer.

00:07:20: Ursprünglich gab es dort keine Löchergeburt und die Mundstücke waren etwas größer, die Mensur war etwas enger und das bewirkt natürlich Unterschiede im Klang und das werden wir jetzt dann bei der Kostprobe hören.

00:07:39: Zuerst spiele ich die historische Naturdrobete von siebzehnzwanzig, also aus der Zeit von Johann Sebastian Bach.

00:07:48: Und danach eine der Kopien aus dem Jahre... ...zweitausendfünfzehn... ...mit Löcher und mit modernem Mundstück.

00:08:21: Jetzt die moderne Variante.

00:08:45: Vielen Dank.

00:08:46: Und jetzt hören wir die Naturtrompete noch im... ...orchestralen Einsatz in der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händl.

00:10:19: Doch so vielen historischen Bezügen, was für eine Rolle spielt die moderne... ...Trompete in... deinem musikalischen Leben.

00:10:28: Also dadurch, dass ich ja acht oder ne, ja sogar, darf man gar nicht laut sagen, Trombetten studiert hab, moderne Trombetten studiert hab, ist das natürlich die Basis.

00:10:37: ganz klar, braucht man immer.

00:10:39: Und logischerweise in der Musikschule unterrichte ja moderne Trombetten.

00:10:43: und da ist das Wichtigste ist, dass man immer mitspürt und selber mittut, finde ich.

00:10:48: Also was aufhört, hättest du unterrichtet trotz deiner Lehraufträge?

00:10:52: an den ganzen Instituten, Unis, noch immer in einer Musikschule.

00:10:57: Warum eigentlich?

00:10:58: Was ist da da wichtig?

00:10:59: Na ja, das ist die Frage, ist ganz leicht beantwortet.

00:11:02: Das ist für mich fast die wichtigste Arbeit, weil ... Wow.

00:11:06: Ich bin schon ein passionierter Lehrer, das muss ich schon sagen.

00:11:08: Das habe ich irgendwie wahrscheinlich gehabt, weiß ich nicht vom Papa.

00:11:11: Wir machen das insinnig Spaß mit auch mit jungen unverbrauchten Musiker und Hörer, da die Musik zu erforschen und das Instrument.

00:11:22: Und da ist die Musikstudie ein extrem wichtigen Part bei uns in Oberstreich speziell.

00:11:28: Wir sind da noch immer Vorreiter und wir haben da eine Ausbildung, die seinesgleichen sucht, finde ich.

00:11:35: Ich will einfach junge Leute zur Musik bringen und zur Kunst, weil das verändert einfach den Menschen auch später.

00:11:41: Das wissen wir mittlerweile.

00:11:43: Da braucht man gar keine wissenschaftlichen Studie und das wissen wir selber.

00:11:48: Und deswegen, und das ist mein Basis, ich hab ... Die ist dort gelernt und das tagt man natürlich vorher.

00:11:54: Ich

00:11:54: habe ganz konkret gefragt, was ist für dich das schöne Beruf Musikschullehrer?

00:12:01: Was lasst du immer noch dafür brennen und begeistert sein daran?

00:12:06: Was mir am besten gefällt, ist eigentlich die Selbstverantwortung.

00:12:09: Man hat einen hohen Grad, einen Eigenverantwortung.

00:12:13: Man kann die Leute zur Kunst und zur Kultur bringen.

00:12:17: Die kommenden Berührungen, wie man schon gesagt haben, sind ganz andere Leute, die dann ganz andere Menschen während des in einer drin.

00:12:59: Welche Grundvoraussetzungen sollte man deiner Meinung nach mitbringen und den Beruf der Musikschullehrerin des Musikschullehrers zu ergreifen?

00:13:10: Jetzt erst einmal muss man selber gegen Musik machen.

00:13:12: Also das ist die Grundvoraussetzung.

00:13:14: Es braucht der Liebe zur Musik.

00:13:18: einerseits und einerseits ein bisschen auch, glaube ich auch natürlich, dass man ein Pädagogisch sein kann, ein Kommunikator muss sein, mein Credo ist, bei Kindern ist ja so, die machen ja, die kopieren die ja und machen ja sehr viel nach.

00:13:32: Und wenn man selber viel vormacht, also das finde ich, ist das Motivierendste für die Schüler, das finde ich, habe ich die letzten Jahrzehnte, wie das mache eigentlich, schon gespielt, dass das ein wichtiger Faktor ist.

00:13:47: Was würdest du einem angehenden Musikstudenten raten, einer Musikstudentin, die das vorhat zu machen?

00:13:53: Ich merke jetzt gerade eine Tentenz, dass man sagt, alle müssen ins Orchester.

00:14:00: Das ist das Allerwichtigste.

00:14:02: Jeder muss ein Orchesterjob kriegen und du studierst nur deswegen.

00:14:07: Also ein großer Fokus geht aufs Konzertfache.

00:14:12: Aber das Schade daran ist, dass nur ein bisschen mehr ... Das ist überhaupt das Privileg haben, das dort spielen dürfen.

00:14:22: Neunzig Prozent müssen was anders machen.

00:14:26: Und das muss man sich bald noch überlegen, ob es da sonst auch noch was gibt.

00:14:29: Und ich muss sagen, das gibt es, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

00:14:34: Also die Welt ist groß in der Musik.

00:14:36: Und wenn man sich für was interessiert, dann muss das nicht nur das Orchester sein.

00:14:44: Was wünscht sich Wolfgang Geisberg für seine Zukunft?

00:14:49: Dass alles irgendwie gut geht und dass man das, was man gern tut, so lange wie möglich machen kann.

00:14:56: Ich finde, das hört nie auf, auch nicht mit einer Bensionierung gehört das für mich sicher nicht auf, das weiß ich jetzt

00:15:03: ja.

00:15:07: Lieber Wolfgang, vielen Dank für das Gespräch.

00:15:10: Zum Abschluss hast du dir noch ein Musikstück ausgesucht, bei dessen Aufnahme du mitwirkst, der Konzentus Musicus unter der Leitung von Nikolaus Anon Kuhl mit dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

00:16:42: Auf Musik können Sie wie immer nachhören auf der Homepage des oberösterreichischen Landesmusikschulwerks und überall, wo es Podcasts gibt.

00:16:52: Und er sind wir auf den Frequenzen des freien Radio Salzkammergut jeden ersten Donnerstag im Monat um neunzehn Uhr, sowie auf Radio B- onehundertdachtunddreißig jeden dritten Mittwoch im Monat um neunzehn Uhr dreißig.

00:17:12: Es verabschieden sich Manfred Schott und Christian Capone.

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