Das Klavier - mein Leben
Shownotes
Der Pettenbacher Philip Rainer (22) ist immer „drangeblieben“. In der 7. Episode von „VOLL.AUF.MUSIK“ spricht der PBA-Student an der Anton Bruckner Privatuniversität, der auch bereits als Musikschullehrer tätig ist, über die Schönheit der Musik, was sie in ihm auslöst und was er anderen Menschen vermitteln möchte. Wertvolle Informationen über den Studienalltag sowie Live-Aufnahmen seiner Auftritte an der Bruckneruni runden die Folge ab.
Redakteur: Christoph Radinger
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00:00:03: Voll
00:00:04: auf
00:00:04: Musik.
00:00:09: Musikschule zum Reinhören.
00:00:11: Das akustische Magazin der Oberösterreichischen Landesmusikschulen.
00:00:22: Am Oberösterreichischen Landesmusikschulwerk werden derzeit zahlreiche junge Lehrkräfte gesucht.
00:00:29: Der Traumberuf ist also auch ein gefragter Beruf.
00:00:32: Doch was braucht es, damit man sich diesen Traumberufswunsch auch erfüllen kann?
00:00:38: Der junge Pianist und Musikschullehrer Philipp Reiner, Student an der Antonbruckner Privatuniversität über seinen musikalischen Weg, über Motivation, Disziplin und die nie endende Begeisterung für das Musikieren.
00:01:02: Lieber Philipp, es freut mich sehr, dass du heute ins Studium gekommen bist.
00:01:06: Wie kam es, zu deiner Entscheidung Musikschullehrer zu werden?
00:01:10: Welche Einflüsse und Erfahrungen haben dich dazu veranlasst?
00:01:15: Ja, lieber Christoph, erst mal vielen Dank, dass ich hier heute vor dir sitzen darf und hier mit dir reden darf.
00:01:21: Ja, die Entscheidung Klavier Lehrer zu werden, die kam eigentlich witzigerweise relativ spät.
00:01:27: Also eigentlich heißt in der Matura Klasse so richtig und hatte auch eigentlich nur einen simplen Grund.
00:01:33: dass das Klavier zu dieser Zeit ein sehr wichtiges Ausdrucksmittel für mich war und mich vor allem durch diese Zeit begleitet hat und mir viel Kraft gegeben hat.
00:01:43: Und ich dachte mir dann, wenn ich dieses Gefühl dann später einmal an andere Menschen, an meine zukünftigen Schüler dann so weitergeben kann, wie es meine Lehrpersonen an mich hatten oder es schafften zu tun, dann glaube ich habe ich alles geschafft.
00:02:00: Das ist wirklich das Schönste, denke ich, was man weitergeben kann im Leben.
00:02:05: Ich hatte eigentlich, wenn meine Lebensspanne bis jetzt sehr viele Lehrpersonen eigentlich am Klavier, das ganze startete mit sechs Jahren als ein sehr guter Bekannter.
00:02:14: Meine Mutter damals fragte, ob er mir ein Klavier beibringen dürfte oder ob ich Lust hätte, Klavier zu lernen.
00:02:20: Somit startete eigentlich meine Freundschaft mit dem Klavier, bis ich dann mit zehn Jahren in die Musikschule eintrat, in Pettenbach, Zweigstelle von Grems Münster.
00:02:29: Dort blieb ich eigentlich auch sehr lange, bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr, noch viel später, also bis ich wirklich mit dem Studium dann startete, also das war dann ein nahtloser Übergang.
00:02:40: Zeitgleich startete ich dann auch mit dem Borg in Kirchdorf, auch aus dem Grund heraus, da ich mit dem Klavier schon vertraut war.
00:02:49: und ich dann mir damals überlegt hatte, ja, ich möchte dieses Instrument jetzt noch vertiefen, auch noch mal in der Schule.
00:02:56: Somit hatte ich eigentlich bis zu diesem Zeitpunkt, bis ich ins Borgten eintrat, hatte ich eigentlich schon vier verschiedene Lehrer.
00:03:03: Im Borgten eben noch mal einen neuen.
00:03:06: hatte dann aber nach einem Jahr einen Lehrerwechsel.
00:03:09: Und das ist vielleicht eine ganz interessante Geschichte, weil mich die eigentlich bis zum heutigen Tag sehr geprägt hat.
00:03:14: Und ich weiß noch genau die erste Stunde nach den Sommerferien.
00:03:17: Ich hatte eigentlich für meine damaligen Verhältnisse wirklich sehr brav geübt und war sehr stolz oder kam sehr stolz in die Klavierstunde und spielte vor.
00:03:25: Und dann bekam ich auf einmal nach der ersten Zeile das Feedback.
00:03:30: So, jetzt bitte spielen Sie nochmal.
00:03:33: gescheit.
00:03:34: Und das hat mich damals sehr aus der Bahn gebracht, dieser Lehrerwechsel.
00:03:39: Ich bekam sehr viel Feedback, das ja kritisch war.
00:03:41: Das war ich damals nicht gewohnt.
00:03:44: Und das war auch ein sehr großer Einschnitt für mich damals, aber ich muss sagen, im Nachhinein bin ich wirklich sehr froh darüber, weil ich dann doch mit der Zeit gelernt habe, damit umzugehen und zu lernen, dass Feedback, auch wenn es noch so kritisch ist, immer einen Grund hat, nämlich, dass man besser werden will am Instrument.
00:04:03: Und ich habe dann gelernt, mich auf dieses Feedback einzulassen und mit dem zu leben und auch besser zu werden.
00:04:10: Meistens ist es ja dann so, dass man in der Schulzeit auch die Audit-of-Art-Prüfung, also die Abschussprüfung am Klavier, ablegt.
00:04:17: War das bei dir auch so?
00:04:19: Genau, ja.
00:04:19: Ich habe meine Audit-Prüfung zwar wieder sehr spät.
00:04:22: gespielt, also eigentlich direkt vor dem Studium.
00:04:25: Also ich wollte mein Programm, das ich zur Aufnahmeprüfung spielte, noch einmal vertiefen bzw.
00:04:32: noch einmal einfach eine gute Vorspielsituation haben und da ist die Auditprüfung natürlich perfekt.
00:04:37: Also ein nahtloser Übergang von der Musikschule bzw.
00:04:40: Gymnasium an die Uni.
00:04:44: Das war ja so, ich bin mit der Matura fertig geworden, habe das Borg abgeschlossen, habe dann Zivildienst gemacht.
00:04:51: in Welsbäms am Ritterbund und habe zeitgleich mich dann auf diese Aufnahmeprüfung vorbereitet.
00:04:58: Das war dann ein Jahr, was ich quasi Zeit gehabt habe, neben dem Arbeiten mich wirklich auf das Instrument zu konzentrieren und mich auf diese Aufnahmeprüfung vorzubereiten.
00:05:06: Dementsprechend ist natürlich die Drucksituation auch.
00:05:09: groß, weil es gibt dann diesen einen Tag, wo man abliefern muss und es geht quasi um alles, schafft man es ins Studium oder nicht.
00:05:15: Ich weiß noch gut, wie dann dieser Tag anstand, weil ich sehr nervös.
00:05:19: Und ich habe dann auch bei der Prüfung natürlich bei Weitem nicht so gut gespielt, wie es mir vielleicht möglich gewesen war in der Vorbereitungszeit, weil man einfach doch ein Mensch ist und man macht sich dann Sorgen, man hat Angst, man hat natürlich manche mehr als andere, manche weniger.
00:05:38: In meinem Fall war natürlich die Auftrittsituation sehr groß, aber ich konnte es trotzdem schaffen, mich zusammen in dem Moment.
00:05:45: Und es hat gereicht.
00:05:46: Ich bin sehr dankbar.
00:05:47: Ich würde auch jetzt im Nachhinein nichts mehr verändern.
00:05:50: Das gehört natürlich zu unserem Business als Musiker dazu, dass man aufgeregt ist, dass man manchmal wirklich nur eine Gelegenheit hat vorzuspielen.
00:05:59: Und ich muss sagen, im Endeffekt ist alles so gekommen, wie es kommen musste.
00:06:05: Hast du das Ergebnis am selben Tag gefahren?
00:06:09: Ja, das Ergebnis kam relativ schnell.
00:06:11: Es musste auch schnell kommen, denn man muss ja nach dieser praktischen Aufnahmeprüfung, also dem Vorspielen muss man danach noch eine theoretische Aufnahmeprüfung machen, genau.
00:06:20: Und das ist alles in einer Woche.
00:06:22: Deshalb hat man dann auch oft sehr wenig Zeit, dass man sich danach wirklich gut darauf vorbereitet, genau.
00:06:28: Deshalb kommt die Antwort sehr bald.
00:06:31: Die Aufnahmeprüfung war die dann vor den Sommerferien oder im Herbst?
00:06:35: Die Aufnahmeprüfung war vor den Sommerferien.
00:06:37: Ich glaube, das war im Mai, wenn ich mich recht erinnere.
00:06:40: Was kannst du denn über die derzeitige Studien-Situation an der Brugner-Une berichten?
00:06:45: Der Ausbildungsweg ist ja mittlerweile ein Bachelor- bzw.
00:06:49: Master-Studium.
00:06:50: Früher hieß es Instrumental- und Gesangspädagogik.
00:06:53: Jetzt heißt es PBA, ein Akronym.
00:06:56: Aber wofür steht eigentlich PBA?
00:06:59: Genau, das ist jetzt ganz neu.
00:07:00: Das steht für pädagogischer Bachelor.
00:07:03: Das zeigt quasi den Unterschied.
00:07:06: zwischen den zwei Berufen als Konzertvorpionist bzw.
00:07:10: als Klavierlehrer.
00:07:13: und unterstreicht das pädagogische in den Beruf.
00:07:15: Zu meiner Ausbildungssituation, ich bin jetzt mittlerweile über der Hälfte des Studiums, habe auch wirklich zwei intensive Jahre jetzt hinter mir, ich habe viel von vorgezogenen Lehrveranstaltungen, was natürlich den Arbeitsaufwand am Anfang sehr vergrößert hat, aber ich bin jetzt rückblickend betrachtet sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, weil es mir auch in der jetzigen Situation ermöglicht hat, mich auf viel Neues zu konzentrieren und der Andem auch auf das unterrichten.
00:07:42: Aber natürlich der Workload ist groß und der Hauptfokus liegt natürlich auch auf dem Üben am Instrument und auf dem Spielen.
00:07:50: Also das Studium ist der Grundsätzlich wirklich sehr breit aufgestellt.
00:07:53: Es gibt verschiedene Überkompetenzen, zum Beispiel berufspraktische Kompetenzen, musiktheoretische Kompetenzen oder musikwissenschaftliche Kompetenzen.
00:08:02: Dazu zählen dann Fächer wie Musikgeschichte, aber auch Tonsatz, also quasi die Kompositionslehre oder auch ganz neu sind im so berufspraktischen Fächer wie Psychologie und auch Auftrittsverhalten, was ich wirklich sehr gut finde, weil man dann auch die psychologischen Aspekte hinter dieser Auftrittsituation lernt.
00:08:24: und da sind wir eigentlich wirklich gut darauf vorbereitet, dass man gut damit lernt, umzugehen und sich auf diese Situationen einzulassen.
00:08:33: Sie hören.
00:08:34: voll auf Musik mit meinem Studio-Gast Philipp Reiner, Klavierstudent an der Anton-Bruckner Privat-Universität zum Thema Traumberuf Musikschullehrer.
00:08:44: Ja, der Traumberuf, der beinhaltet eine Ausbildung, die sicherlich auch ihre Herden hat.
00:08:50: Was sind für dich die Knackpunkte der Ausbildung?
00:08:53: Hinsichtlich der Herden, aber auch hinsichtlich der Freuden.
00:08:56: Also das Schöne ist, dass es eigentlich ziemlich Hand in Hand übergeht, also sowohl die Herden als auch die Freuden.
00:09:03: So würde ich sagen, ist das eigentlich wirklich der Knackpunkt am Instrument und am Üben.
00:09:08: Erstens, dass man sich die Zeit nimmt zum Üben.
00:09:12: Zweitens, dass man dann aber auch am Üben die Freude findet, weil das ist letztendlich der Aspekt des Studiums, mit dem man am meisten Zeit verbringt, wo man sich auch wirklich vorher gut bewusst sein muss, dass man wirklich Spaß am Üben hat, am Instrument hat, dass das nicht immer nur Friedefreuer Eierkuchen ist, also da hatte ich auch Zeiten, wo das Klavier auch seine Tiefen in mir hervorgerufen hatte, aber wo ich wirklich dankbar bin, dass ich dran geblieben bin.
00:09:40: Weil das Üben natürlich ist ja eine Art Selbsttherapie, will ich jetzt schon was sagen, weil man verbringt natürlich viel Zeit mit sich selbst in einem Raum am Instrument und hat dann auch viel Zeit nachzudenken.
00:09:52: Das ist aber gleichzeitig etwas sehr Schönes, weil man dadurch auch als Persönlichkeit extrem wachsen kann und man kann sich extrem viel mitnehmen.
00:10:01: durch diese Selbstdisziplin dann auch, die man natürlich bereithalten muss, damit man auch so viel übt.
00:10:06: Das ist sicher auch einer der schwierigsten Aspekte des Studiums, das vor allem dann zu kombinieren mit dem Workload, der anfällt durch die anderen Fächer, durch Theorie, die man lernen muss, durch Musikgeschichte, die man lernen muss, dass man dann sich trotzdem bewusst die Zeit nimmt, sich mit dem Instrument auseinanderzusetzen.
00:10:24: Die Aufführungssituation wird regelmäßig trainiert, wie oft?
00:10:28: trittst du während eines Semesters auf?
00:10:30: Also in meiner Klasse haben wir durchschnittlich drei bis vier Vorspielabende pro Semester, aber es bieten sich dann natürlich immer noch zusätzliche Auftrittsmöglichkeiten an pro Semester so vier bis fünf Mal.
00:10:44: Und du übst an der Uni oder oder mehr zu Hause?
00:10:48: Sowohl als auch.
00:10:48: Also ich bin in der glücklichen Situation, dass ich mir während des Zivildienstes einen kleinen Flügel für zu Hause leisten konnte.
00:10:56: Somit habe ich natürlich auch daheim die Möglichkeit, dass ich zu jeder Zeit üben kann, wenn ich möchte.
00:11:01: Grundsätzlich übe ich aber viel auf der Uni.
00:11:04: Beziehungsweise habe ich geübt.
00:11:06: In den ersten beiden Jahren war ich ja fast wirklich jeden Tag auf der Uni von früh bis spät und nutzte dann auch die Zeit am Morgen gleich, dass ich meine zwei, drei Stunden schon mal geübt habe.
00:11:16: Also ich war meistens um sieben Uhr schon auf der Uni, bis dann die Vorlesungen um neun oder zehn starten.
00:11:21: und habe wirklich diesen Vormittag gleich mal genutzt zum Üben.
00:11:24: Du wohnst im Pettenbach und bist um sieben Uhr morgens an der Bruckner Uni.
00:11:28: Wie geht sich das aus?
00:11:30: Ja, da gibt es zum Glück einen guten Zug, der um fünf Uhr dreißig von Pettenbach wegfährt.
00:11:34: Das heißt, mein Tag begann eigentlich meist um vier Uhr dreißig.
00:11:39: Pendelte dann eben nach Linz, bis ich um Punkt sieben meistens auf der Uni war.
00:11:43: Die Zeit im Zug ist natürlich lange.
00:11:46: Es gibt ja auch viel ... dass man zwischenzeitlich tun kann.
00:11:50: Es gibt viele Hausibungen, die habe ich dann auch Seminarbeiten zum Schreiben.
00:11:55: Die habe ich dann immer geschaut, dass ich mir dem Zug schon erledige.
00:11:59: Also
00:12:00: sehr lobenswerte umweltfreundliche Anreise zur Brugner Uni von Pettenbach aus.
00:12:07: So weit ich mich an meine eigene Studienzeit erinnern kann, beinhaltet das IGP bzw.
00:12:13: jetzt PBA-Studium auch einen Schwerpunkt um sich möglichst breit aufzustellen für den Unterricht an den Landesmusikschulen, welchen Schwerpunkt hast du dabei gewählt?
00:12:24: Ich habe den Schwerpunkt Instrumental- und Fokalbegleitung gewählt, also sprich Kooperation, dass man andere Instrumente begleitet und auch viel Kammermusik gemeinsam spielt.
00:12:35: Ist dieser Schwerpunkt... mit einer Aufnahmeprüfung belegt?
00:12:38: Ja, es gibt eigentlich so gut wie für alle Schwerpunkte eine Aufnahmeprüfung.
00:12:42: Also man kann entweder ein ganz neues Instrument erlernen, man kann aber auch so etwas wie Coer-Leitung machen oder Assemble-Leitung oder eben auch für ich die Koerpetition.
00:12:52: Und für jeden Schwerpunkt ist dann eine Aufnahmeprüfung vorzubereiten, wo man aber auch gut informiert wird, was dann gefordert ist.
00:12:59: ist das bei dir mehr Instrumental oder mehr in die volle Richtung gehend?
00:13:02: Momentan wieder mehr in die instrumentale Richtung.
00:13:05: Zum damaligen Zeitpunkt aber habe ich sehr viel mit Sängern zusammengearbeitet, weshalb dann auch meine Interesse für diesen Schwerpunkt sehr gewachsen ist.
00:13:14: Nach so vielen Worten und so vielen interessanten Informationen möchten wir auch jetzt ein bisschen was von dir hören als Pianist und da hast du uns ein ganz spezielles Stück mitgebracht von deinem ersten Konzert, von deinem ersten Vorspielamt an der...
00:13:27: Genau, nämlich die F-Moll-Sonate von Beethoven, Opus zwei Nummer eins.
00:13:32: Das ist eine ganz witzige Geschichte, weil das war ja seine erste Klavier-Sonate, sein erstes großes Werk, mit dem er sich dieser musikalischen Welt, was er gezeigt hat, damals... Joseph
00:13:43: Hayden gewidmet?
00:13:44: Ja, genau, seinem Lehrer.
00:13:46: Er war fünfundzwanzig Jahre alt, wie er sich geschrieben hat.
00:13:49: Ich bin jetzt bald zweiundzwanzig.
00:13:51: Der Altersunterschied ist nicht so groß.
00:13:53: Ja, es war damals... Sein großer Moment.
00:13:57: Hallo, hier bin ich zu sagen.
00:14:00: In Wien.
00:14:00: Genau.
00:14:01: Und so habe ich es empfunden in Linz auf der Uni zu sagen.
00:14:05: Hallo, hier
00:14:05: bin ich.
00:14:57: Unate in F-Mol Opus zwei Nummer eins.
00:15:01: Aus dem Jahr siebzehn fünf und neunzig wird auch als die kleine Abpassionator bezeichnet.
00:15:07: Eine temperamentvolle und sehr dynamische Wiedergabe von Philipp Reiner heute hier, mein Studiogast.
00:15:14: Lieber Philipp, wir hatten heuer im Frühjahr schon ein Vorbereitungsgespräch.
00:15:19: Damals wusstest du wahrscheinlich noch nicht, was dir in diesem Herbst bevorsteht?
00:15:24: Ja genau, also du sprichst wahrscheinlich darauf an, dass ich jetzt unterrichte mittlerweile seit September.
00:15:32: In den Sommerferien die Gelegenheit, mich für eine Stelle in der Landesmusikschule in Mollen bewerben zu können.
00:15:40: Und habe dieses Bewerbungsverfahren dann auch bestanden.
00:15:42: Ich bin jetzt offiziell Klavierlehrer am obösterreichischen Landesmusikschulwerk.
00:15:47: Und genau, dafür jetzt während meines Studiums quasi schon die beste Erfahrung sammeln, die man noch sammeln kann, nämlich die Berufspraxis.
00:15:55: Der Traumberuf ist sozusagen schon Realität geworden.
00:15:59: Wie hat sich denn die Sicht auf den Studium dadurch jetzt verändert?
00:16:03: Eigentlich sehr stark.
00:16:05: Dadurch, dass ich jetzt selbst in diese Rolle als Lehrer geschlüpft bin, muss ich sagen... hat sich auch meine Art, das Instrument zu spielen oder an das Instrument ranzugehen, sehr verändert, weil ich jetzt einmal auch diese andere Seite kennengelernt habe.
00:16:19: Normalerweise war ich immer gewöhnt der Schüler zu sein seit sechs Jahren, wie ich mit dem Klavier gestartet bin.
00:16:26: Und jetzt einmal zu sehen, wie es ist, selbst der Lehrer zu sein und zu sehen, wie die eigenen Schüler reagieren.
00:16:33: Das hat mir sehr viele neue Perspektiven aufgeschlossen.
00:16:37: haben mich eigentlich wirklich sehr verändert dadurch.
00:16:40: Dein Studium beinhaltet natürlich auch Lehrpraxis, praktisches Unterrichten an der Uni, aber nebenbei hast du eben jetzt auch wirkliche richtige Musikschüler zu betreuen.
00:16:50: Wie hat sich deine Sicht auf das eigene Klavierspiel jetzt dadurch geändert?
00:16:55: Es hat sich sehr stark verändert, vor allem beim Üben fällt es mir auf, dass ich mittlerweile viel effizienter über, da ich eben aus dieser Lehrerperspektive jetzt heraus an das Instrument gehe.
00:17:06: Ich hatte da zum Beispiel in den Sommerferien einmal ein ziemliches Schlüsselerlebnis, als ich mich auf dieses Bewerbungsverfahren für die Unterrichtsstelle vorbereitete.
00:17:16: Hätte ich nebenbei schon ein wenig Unterricht gegeben, hatte dann einmal eine Studienkollegin unterrichtet, ja ganz beiloeffigt ihr Ein paar Technik-Tipps gezeigt, weil eine gewisse Stelle mit schweren Sprüngen nicht so genau funktionierte und das war für mich jetzt nichts Großartiges.
00:17:33: Ich habe ja dann ein paar Tipps gezeigt, aber auf einmal war das, wie wenn ich einen Schalter umgelegt hätte und die Stelle hat auf einmal funktioniert.
00:17:39: Das war wirklich ein Ereignis, das ist mir bis heute im Kopf geblieben, weil das so eine positive... Erfahrung war und das hat mich wirklich gestärkt auch als Lehrperson und auch als Pianist, denn ich habe mir wieder bewusst gemacht, dass was für mich mittlerweile so als beiläufige Technikübungen schon so drin ist in mir, ist für andere, vor allem für meine Schüler, noch nicht beiläufig oder noch nicht bewusst.
00:18:02: vor allem und ich habe dadurch gelernt, auch mir das selbst beim Üben wieder bewusst zu machen und einfach viel wacher an gewisse Stellen am Rand zu gehen.
00:18:16: Philipp, deine Schüler sind jetzt im Moment, also in deiner derzeitigen Situation, ungefähr welcher Altersgruppe zuzuordnen.
00:18:24: Also meine jüngste Schülerin ist fünf, mein ältester vierzehn.
00:18:28: Also ist eigentlich eine sehr große Altersspanne, wie man sieht.
00:18:32: Das passiert
00:18:32: sehr, sehr viel.
00:18:33: Ja, das passiert in
00:18:34: diesem Jahr.
00:18:35: Philipp, was würdest du einem siebzehnjährigen Menschen... dass ich noch nicht ganz sicher ist, ob er jetzt Musikschullehrer oder Musiker werden möchte.
00:18:47: Was würdest du diesen Menschen raten, was er machen soll?
00:18:51: Ich würde ihnen raten, auf jeden Fall tief in sich zu gehen, sich zu fragen, was möchte ich, was verbindet mich mit dem Instrument, gibt es mir?
00:19:02: Kraft kann ich mir vorstellen, mein Leben mit dem Instrument zu verbringen.
00:19:06: Ich würde auf jeden Fall auch empfehlen, mir gute Lehrpersonen zu suchen, die mich dann auch vorbereiten auf dieses Studium, weil man muss letztendlich eine Aufnahmeprüfung spielen.
00:19:15: Das ist natürlich auch dann wieder eben diese Vorspielsituation, diese Drucksituation da.
00:19:21: Aber das Wichtigste ist einfach, dass man Spaß hat am Instrument, dass es einem Freude bereitet und dass man sagt, ja, so will ich mein Leben verbringen.
00:19:39: die Bereitschaft sich auf Neues einzulassen und immer wieder dazu zu lernen, dass es sicherlich eine Eigenschaft,
00:19:48: die
00:19:48: zum Traumberuf Musikschullehrer einfach dazugehört.
00:19:52: Neues auszuprobieren, Neues zu wagen, das ist auch im Werk von Franz Lisst überall durchhörbar.
00:19:59: Hier im Hintergrund hören wir Philipp Reiner mit einem ganz speziellen Stück von Franz Lisst, nämlich.
00:20:05: Nämlich der Vogelpredigt aus den zwei Franziskus-Legenden.
00:20:09: Einem
00:20:11: sehr queerlichen Stück, in dem man
00:20:14: wirklich
00:20:15: ganz deutlich die Vögel heraus hören kann.
00:20:17: Und ich finde es wunderbar, wie er das geschafft hat, einfach in den Raum zu stellen.
00:20:21: Und es ist wunderschön zu spielen.
00:20:24: Philipp, was ist das Klavier für dich?
00:20:27: Das Klavier ist mein Leben und meine Möglichkeit, meine Emotionen zum Ausdruck zu bringen.
00:20:35: Hast du einen Lieblingskomponisten?
00:20:38: Ganz klar und eindeutig Beethoven.
00:20:41: Oh, wie Franz Liszt.
00:20:44: Du bist ausbildungsmäßig ein klassischer Pianist, aber bedienst auch andere Genres, nämlich?
00:20:50: Ich spiele auch gerne Jazz und auch Pop.
00:20:52: Also ich war zwei Jahre einmal in einer Jazzband, bin daher ganz gut mit dem Stil vertraut und ich improvisiere auch unheimlich gern zu Hause.
00:21:01: Gibt es da Lieblingskomponisten oder eine Lieblingsband?
00:21:05: Da
00:21:05: muss ich sagen, da bin ich wirklich offen für alles.
00:21:08: Als Ausgleich zum Musizieren betreibst du was?
00:21:12: Ja, ich fahre an den ein oder anderen schönen Sommertagen gern mal mit meinem Oldtimer aus.
00:21:19: Du hast mir heute verraten, dass du gar nicht so wahnsinnig viel CDs besitzt.
00:21:25: Die Tonträger, die haben sich ja auch verändert, gerade in den letzten Jahren ziemlich stark.
00:21:29: Also du beziehst deine Informationen bzw.
00:21:33: deine musikalischen Eindrücke aus ganz anderen Quellen.
00:21:38: Genau, also ich bin jetzt mittlerweile diese typische Generation Internet.
00:21:42: Ich höre fast nur noch Spotify oder YouTube.
00:21:45: Da hast du natürlich eine unglaubliche Bandbreite in verschiedenen Interpretationen jederzeit zur Verfügung.
00:21:51: Gibt es eine Klavierlegende für dich, die dich ganz besonders beeindruckt?
00:21:55: Ich muss sagen, ich höre sehr gern diese alte russische Schule von Pianistenwitz, zum Beispiel Vladimir Horowitz oder auch Michael Pletnev.
00:22:04: weil das einfach eine ganz andere Mentalität war, das Klavier zu spielen.
00:22:08: Es ging einfach darum, dass die Interpretation rockt.
00:22:13: Also, Mut zum Risiko.
00:22:16: Das ist auch eine sehr schöne Schlussformel für uns heute.
00:22:21: Mutig zu sein, mutig zu bleiben.
00:22:23: Lieber Philipp, schön, dass du da warst.
00:22:26: Ich möchte dir im Namen des gesamten Podcast-Teams voll auf Musik weiterhin schöne Zeiten mit dem ... Lieblingsmedium von uns allen Wünschen, spannende Ausbildungsjahre und traumhafte Zeiten mit dem Traumberuf Musikschullehrer.
00:22:42: Danke und vielen lieben Dank für das Gespräch.
00:23:21: Sie hörten Christoph Radinger im Gespräch mit Philipp Reiner.
00:23:26: Voll auf Musik, Musikschule zum Reinhören, kann auf Landesmusikschulen AT, CBA Media Podcast voll auf Musik und überall wo es Podcasts gibt, nachgehört werden.
00:23:38: Und eher sind wir auf den Frequenzen des freien Radio-Salzkammergut, jeden ersten Donnerstag im Monat um neunzehn Uhr, sowie auf Radio B-einhundertdreißig, jeden dritten Mittwoch im Monat ab neunzehn Uhr dreißig.
00:23:55: Es verabschiedet sich Christian Kapun.
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